Wärmeplan-Check

Wissen

Häufige Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen zu Wärmeplan, Wärmeplanungsgesetz und Wärmepumpe — mit Quellenangabe, wo es um Gesetzestext geht.

Muss ich jetzt meine Heizung austauschen, weil meine Stadt einen Wärmeplan veröffentlicht hat?

Nein. Nach § 27 Wärmeplanungsgesetz (WPG) bewirkt die Ausweisung eines Gebiets im Wärmeplan „keine Pflicht, eine bestimmte Wärmeversorgungsart tatsächlich zu nutzen". Der Wärmeplan ist eine strategische Orientierungshilfe, kein Bebauungsplan und keine Aufforderung zum Heizungstausch. Verbindliche Pflichten für neu eingebaute Heizungen ergeben sich, unabhängig vom Wärmeplan, aus dem Gebäudeenergiegesetz (mittlerweile amtlich Gebäudemodernisierungsgesetz, GModG).

Was bedeutet es, wenn mein Gebiet als „Wärmenetzausbaugebiet" markiert ist?

Die Kommune hält den Neu- oder Ausbau eines Fernwärme- oder Nahwärmenetzes in diesem Gebiet für am wahrscheinlichsten — oft, weil es bereits ein Netz in der Nähe gibt oder die Bebauung dicht genug ist. Es ist keine Garantie, dass tatsächlich ein Anschluss kommt, und keine Frist dafür. Ob und wann sich ein Netz wirtschaftlich lohnt, entscheidet letztlich der jeweilige Netzbetreiber.

Was bedeutet „Prüfgebiet"?

Für dieses Gebiet steht noch keine klare Empfehlung fest — weder Wärmenetz noch dezentrale Versorgung sind eindeutig vorgesehen. Die Eignung für ein Wärmenetz wird meist erst noch in einer vertieften Machbarkeitsstudie geprüft, häufig durch den örtlichen Energieversorger.

Bis wann muss meine Stadt einen Wärmeplan haben?

Nach § 4 WPG müssen Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohner*innen (Stand 1. Januar 2024) ihren Wärmeplan bis spätestens 30. Juni 2026 vorlegen, alle übrigen Kommunen bis spätestens 30. Juni 2028. Einzelne Bundesländer haben über eigene Landesgesetze teils frühere Fristen gesetzt.

Muss jede deutsche Stadt und Gemeinde einen Wärmeplan erstellen?

Ja — das WPG verpflichtet grundsätzlich alle Kommunen zur kommunalen Wärmeplanung, nicht nur Großstädte. Der Unterschied liegt in der Frist: Städte über 100.000 Einwohner*innen mussten früher liefern (30. Juni 2026), kleinere Kommunen haben bis 30. Juni 2028 Zeit.

Wie oft wird der Wärmeplan aktualisiert?

Laut § 25 WPG muss die planungsverantwortliche Stelle den Wärmeplan spätestens alle fünf Jahre überprüfen und bei Bedarf fortschreiben. Manche Städte aktualisieren Teilkarten — etwa Eignungsgebiete für bestimmte Heiztechnologien — auch häufiger.

Was ist der Unterschied zwischen Wärmeplanungsgesetz und Gebäudeenergiegesetz?

Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet Kommunen zur strategischen Planung, welche Wärmeversorgung langfristig wo sinnvoll ist — es richtet sich an die Kommune, nicht direkt an Gebäudeeigentümer*innen. Das lange als „Gebäudeenergiegesetz (GEG)" bekannte Gesetz — seit einer Reform amtlich „Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)" — regelt dagegen unabhängig davon, welche Anforderungen eine neu eingebaute Heizungsanlage konkret erfüllen muss. Beide Gesetze hängen inhaltlich zusammen, wirken aber auf unterschiedlichen Ebenen.

Welche Heizungsarten sind beim Austausch überhaupt noch erlaubt?

§ 42 Absatz 2 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (vormals GEG) listet zehn zulässige Optionen, von der Wärmepumpe über den Fernwärmeanschluss bis zu Hybridlösungen — Details und die genauen gesetzlichen Bedingungen dazu im Überblick der zehn Heizungsoptionen.

Was gilt, wenn meine Heizung kaputtgeht, bevor der Wärmeplan meiner Stadt fertig ist?

Das Gebäudeenergiegesetz / Gebäudemodernisierungsgesetz enthält für verschiedene Fallkonstellationen eigene Übergangs- und Ausnahmeregelungen — die Details wurden zuletzt mehrfach angepasst und sind technisch komplex (etwa je nach gewählter Heizungsart und Baujahr unterschiedlich). Details und die genauen Fristen im Überblick zur Austauschpflicht. Verlassen Sie sich hier nicht auf Faustregeln aus dem Internet: verbindlich einordnen kann den Einzelfall nur eine unabhängige Energieberatung oder ein Fachbetrieb vor Ort.

Ich bin Mieter*in — darf mein Vermieter die Kosten für eine neue Heizung auf die Miete umlegen?

Ja, über die Modernisierungsumlage nach § 559 BGB — aber gedeckelt: für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung maximal 0,50 € je Quadratmeter Wohnfläche innerhalb von sechs Jahren, deutlich weniger als bei anderen Modernisierungen. Details im Ratgeber für Mieter*innen.

Wärmepumpe im Altbau — geht das überhaupt?

In den allermeisten Fällen ja, auch ohne Fußbodenheizung — moderne Wärmepumpen erreichen auch mit klassischen Heizkörpern brauchbare Vorlauftemperaturen, besonders wenn einzelne Heizkörper vergrößert oder ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird. Entscheidend ist eine korrekte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch einen Fachbetrieb — pauschale Aussagen ohne Berechnung sind unseriös. Details im Wärmepumpen-Ratgeber.

Was ist die Jahresarbeitszahl und warum ist sie wichtig?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im Jahresschnitt aus einer Einheit Strom erzeugt. Eine JAZ von 4 heißt: 1 kWh Strom wird zu 4 kWh Wärme. Je höher die JAZ — begünstigt durch niedrige Vorlauftemperaturen und gute Dämmung — desto niedriger die Stromkosten im Betrieb.

Woher weiß ich, welche Kategorie im Wärmeplan für meine Adresse gilt?

Für Hamburg können Sie das direkt auf dieser Seite per Adresseingabe prüfen. Für die anderen deutschen Großstädte finden Sie auf der jeweiligen Städte-Übersicht den direkten Link zur offiziellen Wärmekarte Ihrer Stadt.

Diese Seite fasst öffentlich zugängliche Gesetzestexte allgemeinverständlich zusammen und ersetzt keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung der Gesetze auf gesetze-im-internet.de/wpg und gesetze-im-internet.de/geg.